Von Harald Gaubatz


Accra, Montag, 09.01.1995

Kwamena philosophiert über Schulbildung und den Wachmann am Tor des Anwesens seiner Mutter in Accra: „Arme Analphabeten. Sie sind froh, solche Jobs zu bekommen.“ Der Wachmann lebt im Freien, unter dem Dach eines Rohbaus in der Nähe des Eingangstores.

Daniel erhält 45.000 Cedis monatlich für die Arbeit in der Fabrik von Kwamenas Mutter: „Das reicht gerade für die Transportkosten zur Arbeit und fürs Essen. Aber sparen kann ich nichts.“ Er wohnt mit seiner Schwester kostenlos in einem leerstehenden Haus, das bald abgerissen werden soll.

Daniel hat zusammen mit Kwamena Abitur gemacht. Ich finanziere ihm in den folgenden Jahren für gut hundert Mark pro Semester ein Fernstudium an einer Universität in Wales. Die Bücher, die Daniel nach den Semestern jeweils verkauft, tragen zum Lebensunterhalt bei. Nach dem Bachelor zum Accountant studiert er in London weiter, landet in den USA und hat dort jetzt eine Familie mit drei Kindern.

Schlagzeile im Sports-Star: „Tony Yeboah for Black Stars.“

Der Fahrer des Taxis, mit dem wir später unterwegs sind, meint zu den vielen Zuschauern beim U17-Spiel der Starlets am Tag zuvor: „Die Leute lieben die Jungs. Die geben immer alles. Anders als die Black Stars!“


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